Förder- und Beratungs-Zentrum

für schulische Integration und Inklusion

Zentrum für schulische Förderung und Rehabilitation des Landkreises Saarlouis (ZSFR)

Wer sind wir?

Das Zentrum für schulische Förderung und Rehabilitation ist ein Kooperationsmodell der Systeme Bildung, Gesundheit und Jugendhilfe. Aktuell sind folgende Institutionen involviert:

Gesundheit:

  • Kinder- und JugendpsychiaterInnen
  • Gesundheitsamt Saarlouis
  • Schulpsychologischer Dienst des Landkreises Saarlouis

Bildung:

  • Förder- und Beratungszentrum der Anne Frank Schule
  • Krankenhaus- und Hausunterricht des Saarlandes

Landkreis/Jugendhilfe:

  • Kommunales Bildungsmanagement des Landkreises Saarlouis
  • Jugendamt Saarlouis
  • Schulamt des Landkreises Saarlouis
  • Jugendhilfe


Die Anfänge des ZSFR

Bereits seit 2007 gibt es den „Qualitätszirkel“ im Landratsamt Saarlouis. Dieser besteht aus einer Zusammenarbeit der niedergelassenen Kinder- und JugendpsychiaterInnen, -psychotherapeutInnen, der KJP-SHG-Institutsambulanz des „Haus Linicus“ in Merzig und der Schulpsychologischen Dienste in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern.

Besonders aufgrund stark ansteigender Fallzahlen von SchülerInnen mit hoch komplexem Hilfebedarf, denen es trotz der Inanspruchnahme bestehender Hilfsmaßnahmen nicht mehr möglich war, eine Schule zu besuchen, sah man sich innerhalb dieses Qualitätszirkels dazu veranlasst, etwas gegen diese Tendenz zu unternehmen. Zusammen mit Natalie Sadik, Schulentwicklungsplanerin und Bildungsmanagerin des Landkreises Saarlouis, entwickelte man das Leitziel, Bildung und Bildungsgerechtigkeit unter Ausschöpfung aller kommunalen Einflussmöglichkeiten zu stärken. Durch den Aufbau des ZSFR wurden Rahmenbedingungen und Strukturen geschaffen, die solchen SchülerInnen helfen sollten, dieses Ziel zu erreichen.

Aufgrund verschiedener Aspekte (zentrale Lage, alle verantwortlichen Institutionen sind fußläufig zu erreichen, kurze Wege zu den Stammschulen…) wurde als Standort für das ZSFR das Förder- und Beratungszentrum für schulische Integration und Inklusion der Anne Frank Schule ausgewählt. Unter dem Motto „Gemeinsam Schule gestalten! Mitreden – Mitbestimmen – Mitentscheiden – Von Anfang an!“ wurde die Schulgemeinschaft bei der Planung an der Entwicklung und Gestaltung des Projekts miteinbezogen. In der „Zukunftswerkstatt“ arbeiteten 22 Schüler aus allen Klassenstufen an mehreren Projekttagen in vier Phasen (Kritikphase, Ideenphase, Planungsphase, Realisierungsphase) an der Umsetzung. So kamen viele tolle Ideen zusammen, bspw. eine Ruhezone und Rückzugsmöglichkeiten mit Sofa, Bewegungs- und Spielmöglichkeiten drinnen und draußen oder Raum für Kreativprojekte (Musik, Kunst, Tanz, Theater). Auch auf institutioneller Ebene wurden wichtige Themen geklärt:

Wer ist zentraler Ansprechpartner für Verwaltungsangelegenheiten? Wie funktioniert der Schülertransport? Wie findet der Austausch in diesem multiprofessionellen Team, bestehend aus u.a. LehrerInnen, TherapeutInnen, SozialpädagogInnen, Schulpsychologischer Dienst, Jugendamt, Anlaufstelle für Schulverweigerung, Gesundheitsamt, Krankenhaus- und Hausunterricht usw. statt?

Nach Festlegung der Aufnahmekriterien (u.a. trotz Ausschöpfung aller bestehender Hilfs- und Therapieangebote kein Schulbesuch möglich, Bewilligung von Hausunterricht durch die Landesbeauftragte für den Krankenhaus- und Hausunterricht im Saarland, Ausschluss von Selbst- und Fremdgefährdung) und des Ablaufs von Therapie und Unterricht ging das Projekt zum Schuljahr 2016/17 an den Start.

Für detaillierte Informationen über die Anfänge des ZSFR klicken Sie bitte hier.


Unsere Zielgruppe

Am ZSFR werden Schülerinnen und Schüler, die aufgrund von komplexem Hilfebedarf nicht mehr am Unterricht ihrer Stammschule teilnehmen können, durch gebündelte Förder-, Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen mit der Zielsetzung der Reintegration in ihre Schule und der Befähigung zum Erreichen eines Schulabschlusses, ortsnah betreut und unterrichtet.


Was machen wir?

Im ZSFR ist derzeit Platz für 9 SchülerInnen, die gemeinsam im Teamraum des Förderzentrums der Anne Frank Schule unterrichtet werden. Der „Stundenplan“sieht sozialpädagogische und therapeutische Einheiten sowie im Anschluss daran Unterrichtung in den Hauptfächern vor:

Montag: 8.30h bis 13.00h

Mittwoch: 8.30h bis 12.20h

Freitag: 8.30h bis 12.20h

Tagesstruktur: 8.30h bis 10.00h: Sozialpädagogisch-therapeutisches Angebot

10.00h bis Ende: Unterricht in den (Haupt-)Fächern Mathe, Deutsch, Fremdsprache

Zusätzlich hierzu bieten wir SchülerInnen, die auf der Warteliste des ZSFR stehen, eine alternative Unterrichtung in der sogenannten „Vorklasse“ an.Voraussetzung dafür ist die Bewilligung des Krankenhaus- und Hauunterrichtes.Die „Vorklasse“findet dienstags und donnerstags jeweils von 10.40h bis 13h statt. Außerdem haben die SchülerInnen des ZSFR die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis hieran teilzunehmen. Aktuell wird die Vorklasse neben zwei „regulären“ SchülerInnen noch von fünf SchülerInnen des ZSFR regelmäßig besucht. Hier ist neben den Hauptfächern auch die Bearbeitung von Nebenfächern möglich.

Wir legen bei unserer Arbeit besonderen Wert auf:

  • einen positiven Beziehungsaufbau als Grundlage
  • eine annehmende Grundhaltung
  • eine entspannte und humorvolle Lernatmosphäre
  • den Abbau von hemmenden Leistungs- und Versagensängsten
  • ein variables Unterrichtstempo
  • Spaß und Erfolg beim Lernen

Das Reha-Team trifft sich einmal pro Woche je 90 Minuten zum Reha-Besprechungsteam. Hieran nehmen Vertreter aus allen Institutionen des ZSFR teil und besprechen u.a. Fragen zur weiteren Konzeptentwicklung, zur Organisation und v.a. Fallbesprechungen und die Aufnahme neuer SchülerInnen.

Ein erstes Informationsgespräch mit potentiellen Kandidaten findet dann mit Vertretern der Einrichtungen Schule, Jugendhilfe, Therapieund den Erziehungsberechtigten sowie des Schülers/der Schülerin statt. Hier wird der weitere Ablauf und Voraussetzungen für die Teilnahme (u.a. Wohnort und Stammschule im Landkreis Saarlouis, Antrag auf Krankenhaus- und Hausunterricht, Antrag auf Eingliederungshilfe) auf Grundlage der Verordnung über den Krankenhaus- Hausunterricht vom 13. Mai 1993 geklärt.


Die Vorteile des ZSFR

1. Verhinderung der kontratherapeutischen Effekte des Hausunterrichts -> statt Einzelunterricht zu Hause Erleben von „Schulalltag“ in Kleinstgruppen

2. Durch gute Zusammenarbeit mit der Stammschule können Lerndefizite aufgearbeitet werden

3. Arbeit im multiprofessionellen Team erleichtert Koordination der Hypothesen und Interventionen

4. Vermeidung von Widersprüchen oder einem kontraproduktiven zu langem Festhalten an wenig hilfreichen Interventionen

5. Therapeutische und schulische Beziehung als wichtiger Wirkfaktor stabil

Für detaillierte Informationen über das ZSFR klicken Sie bitte hier.


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