Förder- und Beratungs-Zentrum

für schulische Integration und Inklusion

Theater - AG

Die Theater AG der AFS besteht seit Januar 2020 und ist zweigeteilt. Es gibt eine AG für die Kassenstufen zwei bis sechs und eine AG für die Oberstufe von Klasse sieben bis neun.

Wenn von „Theaterspielen“ die Rede ist, denken viele zuerst daran, Texte auswendig zu lernen und diese einem Publikum zu präsentieren.

Auf das „Texte auswendig lernen“ wird in der Theater-AG insbesondere am Anfang bewusst verzichtet.Ein berühmtes Zitat aus dem „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare lautet: „Die ganze Welt ist eine Bühne, und Männer und Frauen, alle sind bloß Spieler“.Es geht darum Geschichten über das Leben, über Menschen und Beziehungen zu erzählen und diese mit theaterästhetischen Mitteln künstlerisch aufzuarbeiten.Die Teilnehmenden sollen sich mit dem entstehenden Stück identifizieren. Das Thema entwickelt sich im Idealfall aus der Gruppe heraus, denn insbesondere die Auseinandersetzung mit eigenen Themen, aktuellen Gefühlen und Gedanken ist für die Schüler motivierend.

Um die Handlungsmöglichkeiten auf der Bühne zu erweitern, das Verständnis einer Szene zu vertiefen und eine Wirkung beim Zuschauer zu erzielen,werden zahlreiche ästhetische Mittel des Theaters vorgestellt und erprobt.

Insbesondere der Körper als Ausdrucksmittel spielt dabei eine wichtige Rolle. Übungen zur Körperbeherrschung, der Aufbau eines Bewusstseins für Bewegungen im Raum, das Zusammenspiel der Spieler untereinander und Improvisation stehen im Vordergrund.Erst wenn die Basis der schauspielerischen Grundfertigkeiten geschaffen ist, nähern wir uns einer Spielidee.

In jeder Theaterstunde gibt es eine Aufwärm-, eine Übungs- bzw. Gruppenphase sowie eine Präsentationsphase. Die Schüler erleben sich auch ohne Aufführung auf einer großen Bühne in jeder Theaterstunde als „Schauspieler“, indem sie ihren Mitschülern die Ergebnisse aus der Gruppenphase präsentieren können.

Im geschützten Theaterraum können sich die Schüler ausprobieren und neue Facetten an sich entdecken. Die Teamfähigkeit wird erweitert und der Aufbau von Selbstkompetenzen wie die Stärkung Selbstwertgefühls und -bewusstseins, die Steigerung des Durchhaltevermögens oder die Erweiterung der Kritikfähigkeit sind positive Nebenwirkungen des Theaterspielens. Die Teilnehmenden werden nach und nach zu mehr Selbstständigkeit angehalten, indem sie immer mehr selbst „Regie“ führen (beispielsweise eine Aufwärmphase selbst gestalten). Wer in die Theater-AG kommt, muss bereit sein, Neues auszuprobieren und zu entdecken, eigene Grenzen zu überwinden, in andere Rollen hineinzuschlüpfen, sich auf Geschichten und Charaktere einzulassen und sich auf diese Weise einzubringen.